Kielholen
11. November 2009

Blogs sind eine bahnbrechende Erfindung. Was wäre ein verregneter Vormittag vor einem Spätdienst ohne sie. Endlich kann man an den Höhen und Tiefen der menschlichen Existenz in Echtzeit teilhaben. Was wären wir ohne das Wissen über die Fernsehgewohnheiten bloggender Ärzte, ihre psychotischen Gedanken am Morgen nach dem Nachtdienst, ihre flachen Emotionen. Täglich wird bestätigt, dass es sich auch nur um kleinliche, schwitzende Menschen handelt. Von weisser Weste keine Spur, nochweniger von Göttern. Wer denken kann, wusste das zwar vorher, wer nur des Lesens mächtig, weiss seit dem Boom des Web 2.0 nun voll Bescheid. Zurück in die Welt davor möchte man nicht, aber hat man schlecht geschlafen oder gären Gase im Gedärm, verursachen bloggende Kollegen, Sanitäter, Pfleger, Therapeuten nicht selten unendlich Übelkeit, vielleicht greift man auch zur Nierenschale. Den guten Willen zur Sicht des Positiven hat man nun unter Beweis gestellt (Prisen), in Zukunft soll es auch an Polemischem nicht fehlen (Kielgeholt).